Eine Tasche für mich – Messenger Bag

Ich habe mir zur Abwechslung mal wieder ein E-Book gekauft – für die Messenger Bag “Bonnie”.

Im Schnitt enthalten ist auch eine kleinere Version – die Kindergartentasche “Betty”, welche man
auch als Lenkertasche nähen kann. Das finde ich sehr praktisch und werde bestimmt auch noch
Varianten für meine Kinder davon nähen.

Nun aber erst einmal zu meiner Version:

Messengerbag Messengerbag Messengerbag

Da ich meine Tasche auch mal in der Maschine waschen können möchte, habe ich mich für Baumwollstoffe entschieden, denn diese sind gut waschbar und auch trocknergeeignet.

Für mehr Festigkeit habe ich allerdings ein Vlies auf die Rückseite des Außenstoffes gebügelt. Dieses Vlies ist aus Polyamid (PA) & Polyester (PE), die verwendeten Gurtbänder sind aus Polypropylen (PP). Da diese Kunststoffe hitzeempfindlich sind, ist meine Tasche nicht trocknergeeignet.

Die verwendeten Steckschließer sind aus Acetal – ein ziemlich stabiler, haltbarer Kunststoff. Er hält Temperaturen von – 50°C bis + 110°C aus und nimmt kaum Wasser auf. Somit ist auch dieser Bestandteil
der Tasche maschinenwaschbar.

Taschen wie Umhängetaschen/Handtaschen sind gem. Nr. 16 Anhang V der Textilkennzeichnungs-Verordnung nicht kennzeichnungspflichtig (Täschner- und Sattlerwaren aus Spinnstoffen). D. h. es muss noch nicht einmal vermerkt sein, aus welchem Material die Taschen hergestellt sind, die man so zu kaufen bekommt.

Und Waschanleitungen sind sowieso nicht vorgeschrieben.

Was also tun, wenn ihr einen Fleck in eurer Tasche habt und nicht wisst, woraus sie besteht?

Viele Textilien sind bei 30-40°C waschbar, mit Handwäsche kann man generell nichts falsch machen.
Falsch machen kann man aber etwas beim Waschmittel – wenn man nicht weiß, ob ein Textil tierischen Ursprungs (Seide, Wolle) verarbeitet wurde, sollte man auf gar keinen Fall “normale” Waschmittel (Vollwaschmittel, Universalwaschmittel, Buntwaschmittel, …) verwenden. Denn diese enthalten in der Regel Eiweiß spaltende Enzyme. Tierische Eiweiße werden dadurch aber zerstört. Wenn ihr euch also unsicher seid, solltet ihr lieber auf Wollwaschmittel zurückgreifen, die sind auch für Seide geeignet.

Zum Glück sind aber die meisten Textilien heutzutage gekennzeichnet, ihr wisst also zumindest, woraus sie bestehen. Die meisten Hersteller drucken sogar Pflegehinweise mit aufs Etikett.

Doch selbst da weiß nicht jeder, was welches Zeichen bedeutet. Den einfachen Waschzuber mit Temperaturangabe oder das Bügeleisen kennt ihr sicher und könnt es auch deuten. Doch was, wenn
noch ein Strich unter dem Zuber ist? Und was bedeuten diese Dreiecke?

Auf dieser Seite werden 27 Textilpflegesymbole näher erklärt. 

Nun wünsche ich euch noch einen schönen Abend – und vergesst nicht, dass das Gewinnspiel zum Bloggeburtstag in einem Tag und acht Stunden auf meiner Facebook-Fanpage startet 😉

 

 

 

Kuschel-/Krabbeldecke – welche Füllung?

So, ich weiß jetzt wieder, warum ich keine Patchworkdecken fertigen wollte – es dauert soooo lange 🙂

Gemacht hab ich es trotzdem, um meine Stoffreste zu verwerten. Okay, ich bin noch nicht fertig,
aber die Vorderseiten habe ich schon. Außerdem sollen noch neue Topflappen entstehen.

Die versprochene Fotostrecke folgt auch noch. Heute soll es aber um das Volumenvlies für die Füllung gehen.

Da gibt es materialtechnisch zwei Möglichkeiten – Polyester oder Baumwolle.
Je nach Verwendungszweck und persönlichen Vorlieben ist mal das eine, mal das andere empfehlenswert.

Um euch die Entscheidung zu erleichtern, möchte ich euch die beiden Stoffe heute einmal gegenüberstellen:

Baumwolle

Polyester

Pflanzliche Naturfaser Synthetische Chemiefaser (Kunstfaser)
sehr saugfähig wenig saugfähig
trocknet langsam trocknet sehr schnell
trocknergeeignet nicht trockner geeignet
hohe Schmutz- und Ölaufnahmefähigkeit
sehr hautfreundlich weich und geschmeidig
äußerst geringes Allergiepotential allergische Reaktionen/Unverträglichkeiten
nur in Einzelfällen
in feuchtem oder nassen Zustand reißfester
als in trockenem
100% nassfest

Widerstandsfähigkeit gegenüber Motten und anderen Insekten ist recht hoch

licht- & mottenbeständig

leicht entflammbar,
kann aber gekocht und auch sterilisiert werden

schmilzt bei Hitze

besonders langlebig

verrottet nicht

Für meine Kuscheldecken-Projekte habe ich mich jetzt für Volumenvlies aus Baumwolle entscheiden, weil es bei höheren Temperaturen gewaschen werden kann und auch trocknergeeignet ist. Außerdem mag ich Naturfasern lieber.

 

Fotos und ein wenig Textilkunde

Hallo – da bin ich wieder!

Heute habe ich ein paar neue Sachen in meinem Shop eingestellt – weitere folgen noch.

Unter anderem sind da zwei Halswärmer aus Norwegerstrick dabei. Diese bestehen aus

  • 41% Polyester
  • 22% Polyacryl
  • 22% Mohair
  • 15% Wolle

Dazu kann ich euch gleich die ersten theoretischen Kenntnisse vermitteln:

Wolle = Haare verschiedener Tiere, geeignet zum Verspinnen und Weben

Eigenschaften: gute Thermoregulation, nimmt Schmutz schlecht an, knittert kaum, schwer entflammbar

Mohair = die Haare der Angoraziege bezeichnet
Eigenschaften: zart, flauschig, strapazierfähig, gutes Wärmerückhaltevermögen

Da Mohair teuer ist und allein auch leicht hart, wird es meist mit anderen Fasern gemischt.
Die positiven Eigenschaften werden dadurch aber nicht verändert.

Außerdem habe ich ja meinen Schnitt für Baby-Strampelsäcke verfeinert.

Und da ich denke ” für die Kleinsten nur das Beste”, hab ich das gesamte Material bei einem Biostoffhändler bestellt.

Wo wir beim zweiten Theorie-Teil wären 😉

Es gibt im Textilbereich verschiedene Bio- und Fairtradestandards/Label:

  1. kontrolliert biologischer Anbau (kbA)
  2. kontrolliert biologische Tierhaltung (kbT)
  3. Global Organic Textile Standard (GOTS)
  4. FAIRTRADE Certified Cotton
  5. IVN Best

1. kbA – kontrolliert biologischer Anbau

– Produkte, die mindestens die EG-Öko-Verordnung erfüllen
– will nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch die Produkte mit möglichst wenig Schadstoffen belasten

2. kbT – kontrolliert biologische Tierhaltung

– Produkte, die mindestens die EG-Öko-Verordnung erfüllen
-beeinhaltet artgerechte Tierhaltung und Fütterung und den Verzicht auf Masthilfsmittel
– es wird auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet

3. GOTS

– mindestens 90% Naturfasern, davon höchstens 10% synthetische Fasern oder Viskose sein
– Ausnahme für Socken, Leggins und Sportbekleidung: bis zu 25% synthetische Fasern
– insgesamt müssen mindestens 70% der Fasern von Pflanzen oder Tieren aus kbA oder kbT stammen

– Mercerisieren, also die Veredelung von Baumwollgarnen mit Natronlauge zur Erhöhung des Glanzes ist erlaubt
– optische Aufheller sind ebenfalls zugelassen

– Zutaten und Accessoires (wie bspw. Einlagen, Stickgarne oder Bänder) müssen nicht unbedingt aus Naturfasern
bestehen, z. B. können auch Knöpfe aus Kunststoff eingesetzt werden

4. FAIRTRADE Certified Cotton

– Standards für Baumwolle gelten nur für Kleinbauernorganisationen und Vertragsbauern
– der Fairtrade-Mindestpreis hilft den Bauern die Kosten einer nachhaltigen Produktion zu decken
– der Mindestpreis für Bio-Baumwolle ist höher als der für konventionell angebaute Baumwolle
– die Umweltstandards verbieten den Einsatz von Agrochemikalien und schreiben nachhaltige Produktion vor

– außerdem müssen gewisse Normen bei der Weiterverarbeitung ( wie Entkernung, Spinnen, Färben, Stricken,
Weben, Konfektionieren) eingehalten werden

5. IVN Best

– IVN = Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V.
– der Best-Standard liegt weit über der Gesetzgebung der europäischen Union
– setzt die derzeit strengsten ökologischen und sozialen Standards für die Kennzeichnung bei Textilien
– berücksichtigt alle Produktionsprozesse von der Fasergewinnung bis zur Entsorgung

Hier noch mal die Säcke mit dazugehöriger Mütze.

Für beide habe ich Bio-Nähgarn GOTS (aus kbA-Baumwolle) in ecru und hellblau, sowie Bio Bündchenstoff GOTS
(aus 96% kbA-Baumwolle und 4% Elasthan) in blaugrau verwendet.

Für den geblümten Sack habe ich außen den kbA-Stoff der Firma Westfalenstoffe (u.a. chlorfrei gebleicht, keine
Azo-Farbstoffe, keine optischen Aufheller,schwermetallarm, schweiß-, wasch- und speichelecht) verwendet.
Innen habe ich naturfarbenen Bio Molton, IVN best-zertifiziert, vernäht. Er ist beidseitig angerauht, superweich, flauschig, saugfähig – eben bestens geeignet für ein schadstofffreies, wärmendes Innenfutter.

Für den Mond und Sterne Sack habe ich den Biojersey Mond und Sterne GOTS verwendet (Bio-Feinripp-Jersey aus
100% kbA-Baumwolle, angebaut in der Türkei und produziert in Deutschland).
Innen habe ich weissen Bio-Flanell GOTS benutzt. Es ist beidseitig angerauht und daher kuschelweich und warm
– und 100% Natur 🙂

Die Mützen sind jeweils aus dem selben Material wie die dazugehörigen Säcke.

 

So – nun möchte ich euch nochmal an meine Verlosung erinnern. Mitmachen ist ganz einfach:

Bis zum 21.12.12 um21 Uhr einen Kommentar schreiben, in dem ihr mir mitteilt, welches der Motive auf dem Foto euch am besten gefällt.

Wie ihr an ein weiteres Los kommt, habe ich auf der Gewinnspielseite erklärt.

 

Bis dahin